Warum ich während der Performance nicht berührt werde
Du bist gewohnt, alles in der Hand zu haben.
Deshalb klingt es vielleicht ungewohnt: Während einer sinnlichen Erfahrung berühre ich dich. Du berührst nicht zurück.
Das hat einen Grund.
Ich halte den Raum. Für eine Erfahrung, die weit über das hinausgeht, was du kennst. Und dieses Halten ist keine Nebensache – es ist alles.
Meine Berührung braucht meine ganze Achtsamkeit. Meine Konzentration. Meine Präsenz. Ungeteilt. Wenn ich gleichzeitig meine eigenen Grenzen wahren müsste, wäre ich nur noch halb bei dir – halb mit mir beschäftigt. Und dann bekommst du nicht das, wofür du gekommen bist.
Es gibt noch einen Grund.
In dem Moment, in dem dein eigenes Wollen dazukommt, verändert sich alles. Die Erregung schaukelt sich auf, greift nach mehr, will steuern. Und dann bist du wieder genau da, wo du sowieso schon warst. In dem, was du längst kennst.
Das ist nicht, was ich dir gebe.
Ich halte die Erfahrung, damit du sie ganz empfangen kannst. Ohne etwas tun zu müssen. Ohne zu geben. Ohne zu führen. Du darfst alles aus der Hand geben.
Das ist mein Teil. Und es ist das Kostbarste, was ich dir anbieten kann: einen Raum, so klar gehalten, dass du dich vollständig fallen lassen kannst.
Du weißt, wo du mich findest.

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